Marketingfest Februar 2018 Teil 3

Intensiv hängengeblieben sind auch Patrick Reiser und Max Berger, wenn auch aus ganz anderen Gründen als Torben.
Hier muss ich leider gestehen – ich gestehe, ich gestehe – so gern ich es auch nicht tun möchte, so gern ich mich hier von der Masse abheben möchte, so gern ich hier spiritueller und ein besserer Mensch sein möchte: ich bewerte und stecke in Schubladen.
Leider.
Noch immer.
Obwohl ich hier schon so viele Jahre an mir arbeite…das hört nie auf. Das An-Sich-Arbeiten mein ich!

Patrick kam in Shirt und eng anliegender…. Leggings auf die Bühne – Werke seines Sportklamottenlabels – und an die Wand geworfen war ein Bild „auf Stein hockend in ultrakurzer (nicht enger) Hose“ des Natural Bodybuilding Weltmeisters.
Wer hat der hat. Und kann auch zeigen. Auf jeden Fall.
Aber hier kam dann auch die besagte Schublade.

Und es kratzt doch auch bisschen an der Konzentration (vom Ego sprechen wir mal gar nicht erst) wenn ich alle paar Minuten denke: „Verdammte Axt, solch einen Arsch hätte ich auch gern!“.

Und trotzdem, oder auch gerade deshalb, hat der Mann echt was zu erzählen. Und zwar nicht nur blabla (und schon gar nichts zu verkaufen), sondern wirklich Sachen mit Mehrwert. Und zusätzlich machte es auch noch Spaß ihm zuzuhören.

Also Schublade wieder auf, rausgenommen und individuell platziert. Und dazu noch ein kleiner Schlag auf den Hinterkopf und ein „Du, Du“ mit ausgestrecktem Zeigefinger in meine Richtung.

Aber diese Kopfnuss hat wohl wieder mal nicht gereicht (dem „Du, Du“ hatte ich nur die Zunge rausgestreckt), denn ein paar Speaker weiter, schob sich der Schrank mit den Schubladen wieder nahe an mich ran.

Diesmal bei Max Berger.
Ich hatte hier den Anfang verpasst wegen spontan eingeschobener Pinkelpause und fragte daher die Dame des Hauses an der Saaltür, wer das den wäre. „Der macht was mit Dating“ war die Antwort. Aha.
Und sieht dazu noch aus wie Patrick Reiser, nur ohne Weltmeistertitel, mit dunklen Haaren, Shirt ohne Ärmel und weiten Hosen.

Die Schublade öffnete sich….

Ich nahm dann mal Platz und begann zu lauschen. Und bekam Gänsehaut.
Wo zur Hölle hattet dieses Schnuckelchen den deutsch gelernt??? Hallo??? Grammatik auch beim Sprechen total unbekannt???

Und schon war er in der Schublade verstaut.

Ich muss wieder mal was gestehen – ich gestehe, ich gestehe – in bin ein Perfektionist was die deutsche Sprache angeht. Da muss immer alles korrekt sein. Und ich kann ohne Stolz sagen, dass ich genau hier einen weiteren begrenzenden Glaubenssatz entdeckt habe, nämlich dass ich das Maß der Benutzung der deutschen Sprache mit dem Wert der Bildung des jeweiligen Menschen gleichsetze.
Gruselig oder?

Und hier war nun also der Max!

Wenigstens hat der Glaubenssatz nicht die Auswirkung gehabt, dass ich fluchtartig den Saal verlassen habe, so dass ich dann, um die nicht vorhandene Grammatik herum, zugehört habe.

Und begeistert wurde!

Max hat eine energiegeladene, begeisternde Art zu sprechen und was er erzählte, hätte ich von solch einer Person (siehe Glaubenssatz oben) nie erwartet. Sein Denken, seine positive und mitreißende Art – bei keinem anderen Vortrag hatte ich so viel Spaß. Und dazu noch den richtigen Mehrwert erhalten.
Und dann war irgendwie sein „österreichisches Deutsch“ auch bezaubernd.

Und somit war er ganz schnell wieder aus der Schublade raus.

Ich habe Kopfnüsse verteilt… Bei wem? Natürlich nur bei mir!

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