Marketingfest Februar 2018 – Teil 2

In meiner Erinnerung kam als nächster Torben Platzer auf die Bühne… Aber das stimmt gar nicht. Nachträglich hatte ich mir die Reihenfolge der Speaker angeschaut und da waren noch jede Menge anderer Leute vor ihm auf der Bühne… Und es ist auch nicht so, dass ich die alle doof fand, dass die mich nicht berührt oder angesprochen haben… also zumindest einige davon.

Und trotzdem kommt bei mir jetzt Torben Platzer, den ich vorab überhaupt nicht kannte. Sein Thema war Branding – für Leute in meinem Alter oder drüber: das Vermarkten des eigenen Namens als eigenständige Marke – und bis dato nicht von Interesse für mich. Jedoch war da etwas in seinem Vortrag, was bei mir etwas ausgelöst hat, eine Lampe ging ein, eine Erleuchtung erhellte mich und mein Denken. Ich weiß nicht, was er sagte oder wie er es sagte, aber mir wurde etwas bewusst, ich bekam plötzlich Klarheit in einer Angelegenheit, die mich schon geraume Zeit beschäftigt. Und die Lösung war einfach, klar strukturiert, machbar und schön.

Ich gebe zu, ich habe dann doch geraume Zeit seines Vortrages verpasst, weil ich schnell alles aufschreiben musste. Aber ich glaube, er verzeiht mir das 🙂

Nach dem Aufschreiben reifte der Gedanke in mir, mich dafür bei ihm zu bedanken, weil diese Klarheit wirklich wertvoll für mich war. Also ging ich nach seinem Vortrag ins Foyer, um ihn zu suchen. Erfolglos.

In der nächsten Pause bin ich wieder durchs Foyer getigert. Runde um Runde, mal zur Garderobe, mal Richtung Bar abgebogen. Nix. Weg.

Ich fand mich langsam damit ab und überlegte, ihm einfach eine Mail zu schreiben. Irgendwo im Netz wird schon ne Mailadresse von ihm sein.

Tja, am Ende der Veranstaltung bin ich mit Sack und Pack Richtung Ausgang, werf noch nen Blick ins Foyer und wer steht da, als wäre er nie woanders gewesen: Torben Platzer!

Na dann mal los.

Brav an der Seite abgestellt, weil er noch mit jemand anderem spricht, warte ich, bis die beiden fertig sind und er seine Aufmerksamkeit auf mich richtet.

Und dann? Tunnelblick!

Kennst du das, wenn du alles um dich herum ausblendest, vergisst und nur dem Gegenüber Aufmerksamkeit schenkst? Das passierte mir. Und zwar sehr einschränkend.

Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht kenne und eigentlich mit Branding nichts am Hut habe, aber das ich mich bei ihm bedanken möchte, für die „Erleuchtung“, die er mir unbeabsichtigt verpasst hatte… und wow war der nett. Seine Aufmerksamt, seine Gesten und Worte… einfach nur supergeil.

Warum gibt es nicht mehr von solchen, in meinen Augen, bodenständigen, fairen und auf Augenhöhe agierenden Unternehmern mit reichlich Kohle? Und ich habe viele der Speaker ganz anders empfunden. Aber GottseiDank nicht alle.

Jetzt kenne ich die Person Torben Platzer natürlich nicht, hoffe und wünsche jedoch, dass er wirklich so ein Mensch ist, wie ich ihn empfunden habe, einfach weil ich glaube, dass die Welt solche Menschen braucht. Nicht Ich-Bezogenheit, Arroganz und Abwertung anderer sind gefragt, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Oder was denkst du? Oh je, oh je; hineininterpretier…

So und nun kommt der schlimme Teil:

Direkt nach dem Gespräch mit Torben war ich noch euphorisch und am Bewundern, aber doch recht schnell kam der Perfektionismus, das Nicht-Genügen, das Unfähig Sein zum Vorschein.

Ich habe Torben Platzer in meinem Tunnelblick nämlich nicht gesagt, dass ich seinen Vortrag bzw. die Art und Weise, wie er mit dem Publikum spricht, total Klasse fand. Ich habe ihm nicht gesagt, dass ich seine Authentizität, seine Art bewundere. Ich habe ihm nicht gesagt, dass er meinen allerhöchsten Respekt und größte Bewunderung hat, weil er auf der Bühne die „Verkaufsambitionen“ seiner Vorredner offen ansprach, was mich ja von Anfang an stark beschäftigt hatte. Und zur Hölle, ich habe ihn nicht gefragt, warum er heut sein rotes Jackett nicht anhat (ja, ich hatte ihn kurz gegoogelt, weil ich mir den Nachnamen nicht gemerkt hatte).

Und natürlich spielt auch Branding für mich eine Rolle, schließlich heißt das Teil hier „Sina´s Blog“!

Also Torben, falls du das liest: siehe oben.

Und falls es jemand liest, der Torben Platzer nahe steht: Bitte weiterleiten! Danke.

An meiner „Arbeitswand“ neben meinem Rechner, hängt ein Spruch: „Erst Tanzen. Dann Denken!“.

Und so war es hier auch. Ich bin zu Torben hin und habe meinen Dank ausgesprochen. War aber dabei nicht frei von Angst und negativen Glaubenssätzen, welche ein normales, interessantes und vollständiges Gespräch verhindert haben. Und das Denken kam dann danach. Nur leider, passend zu meiner Angst und meinen Glaubenssätzen in negativer Form. Das sich schämen und Gefühle der Peinlichkeit. Das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben und des Nicht-Genügens. Die Bestätigung des Unzulänglich seins… Psychologie ist so was tolles!

Ich habe hinterher mit mir selbst geschimpft und zwar in etwa so: „Du hast Angst (vor der Zurückweisung) vor vielen Menschen, traust dich nicht, mit fremden Menschen zu reden (aus Angst, als dumm empfunden zu werden) und ausgerechnet du glaubst, einen Speaker anquatschen und ein tiefschürfendes Gespräch führen zu können?…“

Ich denke, du weißt was ich meine. Nicht? Na dann ist ja alles im grünen Bereich bei dir.

Aber hey: für mich gilt:

Ich bin allein auf dieses Event gefahren (bin schon groß :-)), habe mir fast alle Vorträge vollständig angehört, habe für mich alles mitgenommen, was geht, habe mitgelitten und geweint und auch Spaß gehabt und gelacht, habe den Kopf geschüttelt über einige Dinge und ja, ich habe einen Speaker angequatscht. War nicht schwer. War nicht perfekt.

Aber muss es das denn auch sein?

So ich denke, nun ist dir klar, warum Torben Platzer bei mir an nächster Stelle kam.

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